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Juli 2020

Unsere Pfarrerin Barbara Friedrich

Barbara Friedrich 2019 2
Häufig  werde ich gefragt, ob es feste Zeiten gibt, bestimmte Tage, zu denen ich in Gravenbruch bin. Aber das Schöne an meinem Beruf ist, dass er sehr abwechslungsreich ist und jede Woche ihre eigenen Termine und Themen hat. Deshalb lassen sich feste Zeiten kaum einrichten.

Es gibt auch keine festgelegte Sprechstunde, weil die Gespräche zeitlich nicht eng begrenzt sein sollten, wie es für eine Sprechstunde nötig wäre.
Es spricht sich nicht so entspannt, wenn draußen ein anderer Besucher wartet.
Deshalb mache ich Termine für Besuche und Gespräche jeweils persönlich aus.

Wenn Sie
 -  einen Besuch möchten
 -  eine Frage oder ein Thema haben, über das Sie sprechen möchten
 -  wenn Sie Kontakt suchen zur Gemeinde

melden Sie sich gerne unter der Festnetznummer (06102 / 597749) im Pfarrbüro oder unter der mobilen Dienstnummer (0173 74 64 21 9)!

Beide Anschlüsse haben einen Anrufbeantworter, für den Fall, dass ich in diesem Moment nicht erreichbar bin.
Oder hinterlassen Sie im Pfarrbüro bei Susanne Grüschow (06102 / 5 19 28) eine Nachricht, dass ich Sie anrufen soll.
Per Email erreichen Sie mich unter barbara.friedrich@ekhn.de

Bitte denken Sie daran, dass Sie ihre Telefonnummer hinterlassen, damit ich Sie zurückrufen kann. Es ist leider schon vorgekommen, dass ich dringend klingende Anrufe auf dem Anrufbeantworter hatte, mit der Bitte um Rückruf, aber keine Nummer hatte, unter der ich mich melden kann.

Ich freue mich darauf, Sie bei der einen oder anderen Gelegenheit kennen zu lernen!


05.07.2020

Auf ein Wort

In der Evangelischen Zeitung für Frankfurt finde ich einen Artikel – 6 Dinge, die ich gelernt habe in dieser Zeit, die wir Coronakrise nennen.

Ich überlege. Was habe ich gelernt? Was lerne ich noch?

Das ist das Erste, was ich gelernt habe und vielleicht auch das Wichtigste: Mein Leben ist nicht planbar. Oder anders gesagt: Ich kann Pläne machen, aber für das Gelingen der Pläne gibt es keine Gewissheit. Ich lerne, keine Pläne zu machen und alles, was ich vorhabe, unter einem Vorbehalt zu betrachten. Darin bin ich nicht gut. Da habe ich noch viel zu lernen. Das erinnert mich an den jakobinischen Vorbehalt, unter dem alle Pläne stehen: Im Brief des Jakobus in der Bibel steht ein Satz für Menschen, die in großer Selbstgewissheit Pläne machen und doch nicht wissen können, was Morgen ist:

„Dagegen sollt Ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.“

Zweitens habe ich gelernt, dass auch und gerade im Abstand Nähe möglich ist. Die Freunde, die regelmäßig anrufen. Post. Ein Aufruf, sich in der großen Familie mit verschiedenen Ästen gegenseitig zu Ostern zu schreiben, schenkt mir den Kontakt zu einer Verwandten, der ich noch nie begegnet bin.

Und: Es ist auch im Abstand von anderen Menschen Nähe zu Gott möglich. Das ist Luthers Entdeckung und tiefe evangelische Überzeugung: Jede/r von uns kann direkt mit Gott in Kontakt sein und seine Gaben empfangen – ohne die Vermittlung einer Institution/Kirche oder einer Pfarrerin.

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(Grafik: Lotz)

Drittens habe ich gelernt, dass eine Gemeinde auch spür- und erlebbar ist, wenn wir uns nicht in der Kirche begegnen können. Am Telefon, in Mails, per whatsapp. Ich habe am Telefon eine Geschichte vorgelesen bekommen. Intensive Gespräche. Sogar ein Gebetstreffen per Videokonferenz. Auch auf Abstand kann die Arbeit weitergehen: Ich lerne, wie intensiv Konferenzen über Video sein können! Je mehr wir uns alle daran gewöhnen, desto gefüllter ist die Zeit. Und keiner muss irgendwohin fahren! 
 
Viertens habe ich (wieder neu) gelernt, wie schön meine Umgebung ist. Wie gut es tut, im Wald zu sein. Wie wunderbar das Erwachen der Natur im Frühling ist. Vor allem in sorgenvollen Zeiten. 

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Gefunden beim Wandern (Foto: bf)

Fünftens habe ich gelernt, auf wie viele verschiedene Weisen man Gesichtsmasken tragen kann. Nur über dem Mund, am Kinn hängend, an einem Ohr hängend, um den Hals. Oder auch so wie gedacht: Über Mund und Nase. Und ich lerne großen Respekt vor dem medizinischen Personal, das diese Dinger immer tragen muss.

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(Foto: bf)

Sechstens lerne ich wieder neu, sehr dankbar zu sein. Ich muss nicht um meine Existenz bangen. Ich muss nicht mitansehen, wie meine Rücklagen schwinden ohne eine Chance, etwas zu verdienen. Ich bin dankbar für den blauen Himmel. Für die Blumen in meinem Garten.   Ich lerne auch wieder neu, mich zu sorgen um die, die auf der Straße leben. Darunter erschreckend viele Kinder und Jugendliche! Um die, die psychisch krank sind. Mein Cousin wird ganz panisch mit seiner Angststörung und ohne die gewohnte Struktur seines Alltags. Ich lerne auch, wie dankbar manche Menschen sind, die von außen betrachtet gar nicht viel Grund haben, dankbar zu sein. „DANKBARKEIT ist der WÄCHTER am Tor der SEELE gegen die Mächte der Zerstörung“ – sagt der französische Philosoph Gabriel Marcel.

Herzliche Grüße – bleiben Sie/ bleibt behütet!
Ihre / Eure Pfarrerin Barbara Friedrich


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