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01.07.2022
Deutsch-Ägyptische Jugendbegegnung feiert Jubiläum

Für 12 junge Leute aus Ägypten und ihre Begleiterin wird demnächst ein großer Wunsch in Erfüllung gehen.
Am 16. Juli 2022 werden sie von Kairo aus nach Frankfurt fliegen, um sechs Tage lang an einer deutsch-ägyptischen Jugendbegegnung im Dekanat Dreieich-Rodgau, sowie einer anschließenden Kurzfreizeit in den bayerischen Alpen teilzunehmen.

Das Evangelische Dekanat Dreieich-Rodgau veranstaltet die Begegnung in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinden und Gravenbruch und hat die jungen Christen nach Deutschland eingeladen. Zweimal musste die Begegnung, die eigentlich bereits für 2020 geplant war, pandemiebedingt verschoben werden. Eine internationale Jugendbegegnung in einer Zeit, in der in Deutschland die Angst vor dem Fremden oftmals größer ist, als die Neugier darauf.

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Interkulturelles Kochen kann Spaß machen: Deutsche und ägyptische Jugendliche bei der Zubereitung von Salaten und Süßspeisen im Gemeindezentrum Gravenbruch. (Foto: jr)

Gemeindepädagoge Jo Reinhard, Dekanatsjugendreferent Carsten Preuß und der Langener Pfarrer Dr. Tharwat Kades, der selbst aus Ägypten stammt, betreuen und leiten das Projekt. Sie wollen den Dialog als Voraussetzung für gegenseitiges Verständnis befördern. „Der Einfluss von Religion, Kultur und Politik auf die Lebensentwürfe von Jugendlichen“, ist das übergeordnete Thema der gesamten Jugendbegegnung. Die Frage nach der Entwicklung von Demokratie und politischer Teilhabe in Deutschland und in Ägypten soll in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus wird auch der Krieg in der Ukraine, sowie die weltweite Flüchtlingsbewegung zum Gesprächsthema im Rahmen der Jugendbegegnung werden. Ein abwechslungsreiches Programm soll dafür sorgen, dass die Gäste aus dem Land der Pharaonen sowohl Land und Leute als auch kirchliches Leben in Deutschland kennen lernen können.

Den Auftakt der Begegnung bildet am Samstag, 16. Juli 2022 um 16.00 Uhr ein Begrüßungsempfang im Ev. Gemeindezentrum Gravenbruch. Am Sonntag, 17. Juli 2022 um 11.00 Uhr ist die deutsch-ägyptische Gruppe in Langen im Gottesdienst im Ev. Petrus-Gemeindehaus in Langen zu Gast. Ausflüge unternimmt die Gruppe unter anderem nach Frankfurt in das Bibelmuseum und in den Rheingau; in Darmstadt wird eine Synagoge besucht. Im Anschluss an die Tage im Dekanat werden deutsche und ägyptische Jugendliche am Freitag, den 22. Juli 2022 zu einer gemeinsamen Freizeit in die Jugendherberge Lenggries aufbrechen. Hier wird dann unter anderem ein Ausflug nach Garmisch-Partenkirchen mit Besuch der Partnachklamm und des Olympiastadions auf dem Programm stehen.

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(Foto: jr)

Bei einer Exkursion auf die Zugspitze, den höchsten Berg Deutschlands, werden sich die ägyptischen Gäste zum ersten Mal in ihrem Leben mit Schnee konfrontiert sehen. Am Dienstag, 26. Juli 2022 werden die Gäste dann von München aus die Heimreise antreten. In diesem Jahr ist ein Jubiläum zu feiern: Zum 25. Mal findet 2022 eine solche Jugendbegegnung statt: elfmal reisten Deutsche nach Ägypten, in diesem Jahr kommen junge Ägypter zum 14. Mal zum Gegenbesuch ins Evangelische Dekanat Dreieich-Rodgau. Insgesamt haben bisher rund 750 Jugendliche an den Programmen teilgenommen. (jr)


1.08.2018
Jugendliche aus dem Dekanat Dreieich mit tollen Eindrücken aus Ägypten zurück


Sieben Jugendliche aus dem Evangelischen Dekanat Dreieich und ihre zwei Begleiter sind dieser Tage inspiriert und beeindruckt von einer Jugendbegegnung in Ägypten heimgekehrt.

Einfach toll sei die Reise gewesen sagt die 15 Jahre alte Tamara aus Langen. Insbesondere die tausende Jahre alten Sehenswürdigkeiten haben sie beeindruckt, dazu der Kamelritt bei den Pyramiden von Gizeh und "die vielen tollen Menschen, die wir kennengelernt haben". Der 17 Jahre alten Louisa aus Dreieich haben die Pyramiden, die Fahrt auf dem Nil, der Besuch eines nubischen Dorfes und die Gastfreundlichkeit der Ägypter besonders gefallen. Dem 24 Jahre alten Moritz aus Neu-Isenburg werden die unglaublichen Tempelanlagen ganz besonders im Gedächtnis bleiben.

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Kamelritt vor traumhafter Kulisse: Methew, Jonathan, Moritz und Tamara vor den Pyramiden

Die elftägige Tour war Teil eines deutsch-ägyptischen Jugendaustausches, dessen Anfänge bis in das Jahr 1982 zurückreichen. Veranstaltet wurde das Programm vom Evangelischen Dekanat Dreieich in Kooperation mit den Evangelischen Kirchengemeinden Gravenbruch und Langen. Gemeindepädagoge Joachim Reinhard und der ehrenamtliche Mitarbeiter Ralf Bartocha begleiteten die Jugendlichen in das Land der Pharaonen. Unterstützt und beraten wurden sie dabei von Pfarrer Dr. Tharwat Kades aus Langen.  Kades stammt aus Ägypten, ist ein hervorragender Kenner des Landes und konnte der Gruppe mit Hilfe seiner umfangreichen Kontakte viele Wege ebnen und Türen öffnen.

IMG 1509Einfach zum Springen schön: Die jungen Ägypter Mario und Samuel (außen) zusammen mit Tamara, Jonathan und Johanna haben ihren Spaß vor der Stufenpyramide. Joachim Reinhard hat zum richtigen Zeitpunkt auf den Auslöser gedrückt.

Den Auftakt der diesjährigen Reise hatte ein dreitägiger Kairo-Aufenthalt gebildet: Ägyptisches Nationalmuseum, Alt-Kairo, eine abendliche Bootsfahrt auf dem Nil und ein Bummel über den Bazar standen auf dem Programm. Darüber hinaus besuchten die Jugendlichen die Deutsche Evangelische Oberschule (DEO) in Kairo. Sie nahmen an einer Schulstunde einer Oberstufenklasse teil, dabei wurde ihnen das Projekt eines gemeinsamen Religionsunterrichtes für christliche und muslimische Schüler vorgestellt. Auffällig war das gute und offene Gespächsklima in der Klasse, in der die Schülerinnen und Schüler in perfektem Deutsch miteinander redeten. "Hier würde ich auch gerne zur Schule gehen", sagt der 16 Jahre alte Methew, der in Ägypten geboren wurde, aber seit Jahren in Deutschland lebt und Mitglied der deutschen Reisegruppe war.

IMG 1498Deutsch-ägyptische Gespräche am Rande des Kairoer Bazars: Im Vordergrund sind Mario aus Kairo und Lili aus Dreieich zu sehen.

Darüber hinaus wurden die Jugendlichen aus dem Dekanat Dreieich vom ägyptischen Minister für Jugend und Sport, Dr. Ashraf Sobhi, empfangen. Er informierte über die Gastgeberrolle Ägyptens beim diesjährigen Afrika-Cup im Fußball und interessierte sich ausgiebig für die Eindrücke der deutschen Jugendlichen von Ägypten.  Die 16 Jahre alte Lili aus Dreieich berichtete ihm, dass sie Ägypten als ein Land der Schönheit und der Magie erlebe, während es in den deutschen Medien häufig in eher negativen Zusammenhängen vorkomme.
 
IMG 1598Besichtigungspause: Deutsche und ägyptische Jugendliche tafeln im Azhar-Garten.

Im Zentrum  der Reise allerdings stand der Kontakt mit einer Gruppe junger ägyptischer Christen. Die Verständigung verlief vorzugsweise auf Englisch, manchmal auch mit Händen und Füßen. Gemeinsam unternahmen Deutsche und Ägypter eine Nilkreuzfahrt: sie besichtigten den Assuan Hochdamm, die Tempelanlagen von Kom Ombo, Edfu und Luxor. Zwischendurch gab es auf dem Schiff  Diskussionsrunden zu Themen wie zum Beispiel dem Verhältnis von Christen und Muslimen oder der Gleichberechtigung von Männern und Frauen. "Der Einfluss von Religion, Kultur und Politik auf die Lebensentwürfe von ägyptischen und deutschen Jugendlichen", war das übergeordnete Thema der Begegnung.

IMG 1688Die komplette deutsch-ägyptische Gruppe mit ihren Begleitern am Assuan Hochdamm.

Der 19 Jahre alte Akram aus Luxor erzählt, dass er zuvor befürchetet hatte, keinen guten Draht zu den Deutschen finden, aber das Gegenteil sei dann der Fall gewesen: "Ich hatte nicht gedacht, dass die Deutschen so kommunikativ sind: wir haben viel gesprochen und dabei auch oft Späße gemacht".

Gemeindepädagoge Joachim Reinhard und Pfarrer Dr. Kades zogen zum Abschluss der Begegnung ein rundum positives Fazit: „Der Kontakt zwischen deutschen und ägyptischen Jugendlichen war hervorragend. Vorurteile konnten abgebaut und viele neue Freundschaften geschlossen werden.“
Beste Voraussetzungen für eine Fortsetzung des Projektes, dessen Anliegen es ist, Brücken zu bauen zwischen den Kulturen und Religionen. Für das nächste Jahr sind die jungen Ägypter zu einem Besuch nach Deutschland eingeladen.                               

 
Text und Fotos: Joachim Reinhard (jr)

  
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